Die Raiders Villach wollen auch ohne Titel in die Bundesliga

Auch wenn für die Basketballer der Raiders Villach im Halbfinale der 2. Bundesliga Saisonschluss war, kann der Klub noch erstklassig werden. Einige Hürden gilt es dafür zu überwinden.

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Die Chance, noch in diesem Jahr in die erste Basketball-Bundesliga aufzusteigen, könnte für die Raiders Villach größer sein, als sie es bei einem Titelgewinn gewesen wäre. Ein Umstand, der kurios klingt – und es auch ist.

Ein Rückblick: Sportlich gesehen war die Raiders-Saison keine schlechte. Trotz eines dünnen, von Ausfällen geplagten Kaders führte der Weg ins Halbfinale. Dort fand man allerdings schnell in St. Pölten seinen Meister. Allerdings gab es gleichzeitig unerwartete Entwicklungen in der ersten Bundesliga. Topklub Güssing wurde die Lizenz entzogen – das lässt die Villacher hoffen.

Einziger Lizenzantrag

Eigentlich bekäme der Meister eine Aufstiegsgarantie. Da aber keiner der momentanen Finalisten, nämlich St. Pölten und Mattersburg, sich um Lizenzen für die erste Liga beworben hat, gibt es eine Aufstiegschance für die Villacher, die als einziges Zweitligateam ansuchten. „Vereinfacht gesagt entscheidet die Liga bis 31. Mai, ob sie mit neun Teams in die neue Saison geht, oder mit uns als zehnte Mannschaft“, erklärt Raiders-Obmann Michael Kuncic, der momentan für beide Ligen plant.

Erfordernisse wären etwa ein Mindestbudget von 350.000 Euro und eine bundesweit antretende U16- und U19-Auswahl, für die der Verein noch mehr Spieler sucht. „Für die erste Liga müssten wohl alle Sponsoren viel Geld in die Hand nehmen, um uns das zu ermöglichen“, gibt sich Kuncic in der Budgetfrage diplomatisch.

Heimstätte soll bleiben

Schon im Januar dieses Jahres berichtete die Kleine Zeitung, dass die Raiders im Falle eines möglichen Aufstieges mit der Idee spielen, die Planung einer neuen, größeren und multifunktionalen Halle initiieren zu wollen.

Obwohl in St. Martin nur knappe 500 Personen Platz finden und die erste Liga Tribünen für 800 Fans fordert, winkt die Stadt Villach, ihres Zeichens Eigentümer der Sporthalle, ab. „Wichtig ist, dass wir sportliche Rahmenbedingungen mit Jugendförderung und guten Trainingsbedingungen schaffen“, setzt Stadthallenchef Rudolf Funk klare Prioritäten. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Liga eine Ausnahme machen würde, wenn die Halle das einzige Aufstiegskriterium am Ende der Prüfung der Lizenzauflagen wäre“, so Funk weiter. Das Adaptieren von Belüftung und Tribüne für die geforderten Gegebenheiten würde laut wohl Funk mehrere Hunderttausend Euro kosten.

Ähnlich gestimmt ist Sportstadtrat Andreas Sucher (SPÖ), der momentan rund 15.000 Euro für die Korbjäger im Budget hat: „Sportlich gesehen ist das toll, aber ich kann den Raiders jetzt keine Unsummen versprechen, das wäre unseriös. Für den Mehraufwand an Jugendarbeit und Trainings würde es natürlich etwas mehr Geld geben. Den Spitzensport haben aber die Sponsoren zu finanzieren.“

Geschrieben von: PHILIP EDLINGER, #KLEINEZEITUNG

http://www.kleinezeitung.at/k/kaernten/villach/peak_villach/4971793/BASKETBALL_Raiders-klopfen-in-der-Bundesliga-an

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